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Ökostromanbieter

Die Naturstrom AG wurde als erster deutscher Ökostrom-Anbieter am 16. April 1998 in Düsseldorf von Naturschutz- und Erneuerbare-Energie Verbänden (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, Bundesverband WindEnergie, Eurosolar, Fachverband Biogas und andere) gegründet, um den "Ausbau der erneuerbaren Energien zu stärken".

Darum kaufte die Naturstrom AG den Strom zunächst bei "Betreibern von Solar-, Wind-, Wasser-, Biomasse- und Geothermiekraftwerken", die ihre Anlagen mit der staatlich garantierten Vergütung allein nicht wirtschaftlich betreiben konnten.

Kurz nach der Marktliberalisierung 1999 entstanden die Elektrizitätswerke Schönau und Greenpeace Energy, die sich ebenfalls klare politische Forderungen auf die Fahnen geschrieben haben.

Sie wollen den Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Strommix erhöhen und investieren deshalb auch in diese.

Ihre Kunden sind vor allem ökologisch und politisch interessierte Bürger und Unternehmen, die gerade in den Anfangsjahren schon bereit waren, auch höhere Preise zu zahlen, doch ist diese Preisdifferenz inzwischen weitgehend verschwunden.

Liste der Anbieter, die ausschließlich Ökostrom anbieten (nach Kundenzahl sortiert)

Greenpeace Energy (85.000 Kunden, Stand 09/2008)
Elektrizitätswerke Schönau (EWS) (68.000 Kunden, Stand 02/2008)
Naturstrom AG (26.000 Kunden, Stand 01/2008) ist der kleinste unabhängige, bundesweite Anbieter von Ökostrom.

Die Strommixer GmbH mit Sitz in Jemgum (Ostfriesland) ist mit ca. 5.000 Kunden ein kleiner Anbieter von Ökostrom (Stand 03/2008).

Da die GmbH den gesamten Strom bei der EnBW-Tochter NaturEnergie AG einkauft, wird sie auch in einer Studie von Robin Wood über den Ökostrommarkt nicht unter den vier einzigen bundesweiten, unabhängigen Ökostromanbietern gelistet.

Der Anbieter LichtBlick nimmt mit über 400.000 Kunden (Stand 01/2008) eine Sonderstellung ein, da LichtBlick zwar ausschließlich Ökostrom vermarktet, aber für Spitzenlasten Kohle- und Atomstrom zukauft.

Auch einige der großen Stromversorger bieten neben konventionellem Strom auch „Ökostrom“ an.

Hierbei muss in der Regel ein Aufschlag auf den normalen Strompreis gezahlt werden.

Dadurch, dass der Ökostrom aus dem konventionellen Strom ausgegliedert wird, sinkt der Ökostrom-Anteil bei diesem.

Insgesamt verändert sich also hierdurch der Anteil des Ökostroms am Gesamtstrom nicht; der Verbraucher muss aber für den Ökostrom mehr bezahlen.

So bekommen die Unternehmen mit einem einfachen Mittel zusätzlich Geld in die Kasse.

Teilweise wird das Ökostrom-Geschäft in eine eigenständige Tochtergesellschaft ausgegliedert, was die Zusammenhänge weiter verschleiert:

EWE NaturWatt GmbH (Gesellschafter: EWE AG aus Oldenburg, die Stadtwerke Emden und die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden.

Hier jedoch werden keine Gewinne an die Gesellschafter ausgeschüttet, sondern für den Ausbau und die Förderung erneuerbarer Energien eingesetzt.)

NaturEnergie AG (eine Tochter der EnBW – von Umweltschutzorganisationen kritisiert, da hauptsächlich Strom aus bestehenden Wasserkraftwerken angeboten wird)

Zwischenzeitlich haben aber auch große Energieversorger für einen Teil ihrer Kunden komplett auf Ökostrom umgestellt, zum Beispiel die Stadtwerke Kassel, die Energie SaarLorLux, der hessische Anbieter Entega, die Stadtwerke Unna, die WEMAG (Schwerin) oder die Stadtwerke Wedel.

Verbraucherschützer sowie Greenpeace werfen den Versorgern allerdings Manipulationen beim Handel mit RECS-Zertifikaten vor, wodurch konventioneller Strom als Ökostrom deklariert wird.

Dadurch wurde es auch möglich, dass diese Stadtwerke in kürzester Zeit komplett auf "Ökostrom" umstellen konnten.

Denn die Zertifikate kosten weniger, als die Einnahmen durch den verkauften "Ökostrom" wieder einbringen.

Da bei dieser Umdeklarierung des Stroms trotzdem häufig der ursprüngliche Ökostrom weiterhin als solcher verkauft wird, findet hier also ein doppelter Verkauf desselben Ökostroms statt, was einer Umdeklarierung gleichkommt.

Die Einkäufer der RECS-Zertifikate sind u.a. Tochterfirmen der Energiekonzerne Eon, EnBW und Vattenfall.

Einige Stadtwerke haben allerdings auch ohne Verwendung von RECS-Zertifikaten auf Ökostrom umgestellt.

Hierzu zählen beispielsweise die Stadtwerke Wolfhagen.

Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) im Verband kommunaler Unternehmen hat zwei Ökostrom-Marken namens watergreen und energreen entwickelt, die von ca. 80 verschiedenen Stadtwerken angeboten werden, oft ohne eine Komplettumstellung auf Ökostrom.

Größter Nutzer von Ökostrom ist nach eigenen Angaben die Rewe Group, die im Januar 2008 ankündigte, ihren jährlichen Energiebedarf von 2 Terawattstunden Strom künftig mit Ökostrom zu decken.

Der Strom kommt von der Hamburger EHA, einer Tochterfirma von Rewe und Vattenfall.

Allerdings handelt es sich hier nicht um physischen Ökostrombezug, sondern lediglich um den Bezug der entsprechenden Menge RECS-Etikette.

Quelle: Dieser Beitrag entstand mit Daten, Fakten und Inhalten der deutschen Wikipedia

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